Beinwellsalbe

Beinwellsalbe selbst herstellen

Vor zwei Monaten konnte ich seit Ewigkeiten mal wieder an einem Kurs im Botanischen Sondergarten Wandsbek teilnehmen: Herstellung einer Beinwellsalbe! Eigentlich wollte ich schon vergangenes Jahr daran teilnehmen. Da ich aber zu der Zeit immer noch Tristan ins Bett bringen musste, klappte das leider nicht. Jetzt ist das viel einfacher. Und ich freute mich wirklich sehr, dass der Kurs wieder angeboten wurde.

Also nichts wie hin! Der Kurs fand natürlich abends statt, aber da es noch nicht so früh dunkel wurde, gab es noch eine kleine Kräuterwanderung im Voraus. Das Scharbockskraut fing gerade erst zu blühen an und der Duftende Schneeball stand schon in voller Blütentracht. Am Ende der Kräuterwanderung stand natürlich der Beinwell auf dem Plan und wurde für uns vom fleißigen Mitarbeiter des Sondergartens ausgegraben. Denn für die Beinwellsalbe brauchten wir in erster Linie die Wurzeln, da darin die meisten Wirkstoffe enthalten sind.

Duftender Schneeball und Scharbockskraut

Im Gewächshaus des Botanischen Sondergartens machte sich unsere kleine Gruppe dann an die Arbeit. Als Erstes mussten die Wurzeln geputzt werden. Da sich aber kein Freiwilliger fand, der die Arbeit erledigen wollte (das Wasser war ziemlich kalt…), meldete ich mich und im Nu waren alle Wurzeln blitzblank. Nun ja, nicht wirklich, denn die Wurzeln sind eigentlich schwarz und es ging nur darum sie vom oberflächlichen Schmutz zu befreien. Ab und zu habe ich dann aber doch die äußere Haut mit abgebürstet und darunter waren die Wurzeln dann tatsächlich teilweise fast weiß 😉

Beinwellwurzeln putzen

Für die Schnippelarbeit haben sich dann schon mehr Freiwillige gefunden. Die Wurzeln wurden in sehr kleine Stücke geschnitten, wobei auch die kleineren Wurzeln Verwendung fanden.

Die Wurzeln konnten dann erhitzt werden. Sie sollten für eine halbe Stunde im Wasser sieden. Dabei war es ganz wichtig, dass das Wasser nicht wirklich kocht, da so die wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen würden. Aber es klappte alles ganz prima 😉

Der ganze Sud wurde dann abgeseiht. Wir mussten ganz schön Druck aufwenden, denn durch das Tuch wollte die Flüssigkeit nicht ganz so gut ablaufen.

Wurzeln erhitzen, Sud abseihen und Bienenwachs schmelzen lassen

In die klare Flüssigkeit kam dann Bienenwachs. Das Ganze wurde noch einmal langsam aufgewärmt, sodass das Wachs schmelzen kann. In der Zwischenzeit wurden zehn kleine Gläser gereinigt und beschriftet. In diese Gläser haben wir dann die fertige Beinwellsalbe eingefüllt.

Beinwellsalbe in vorbereitete Gläser einfüllen

Jeder der Teilnehmer konnte dann ein kleines Gläschen Beinwellsalbe mit nach Hause nehmen. Im Kühlschrank gelagert soll die Salbe etwa ein Jahr lang haltbar sein. Und wirken soll sie gegen allerlei Dinge. In erster Linie sagt man Beinwell eine heilende Wirkung bei Knochenbrüchen nach. Aber auch bei Wunden oder Problemen mit der Haut soll die Salbe helfen. Nun ja, kurz darauf konnte meine Salbe tatsächlich schon zum Einsatz kommen. Denn bei einem Missgeschick hat Tristan mir die Nase gebrochen. Ja, wirklich! Aber nichts Schlimmes zum Glück 😀 Ob die Salbe geholfen hat, kann ich deshalb nicht genau sagen. Aber die Schmerzen waren zumindest recht schnell wieder weg 🙂

Es gibt so viele tolle Heilkräuter! Und da ich nun ein Rezept für die Salbenherstellung habe, werde ich in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Salben selber herstellen 🙂

Bis bald!

Eure Kathleen