Sonnenblume

Rückblick auf die erste Zeit im Schulgarten

Mitte August startete der neue Schulgartenkurs am Gymnasium Lerchenfeld unter meiner Leitung. Mittlerweile sind zwei Monate vergangen und an fünf Tagen fand der Kurs statt. Was die Schüler und ich in der Zeit geschafft und erlebt haben, möchte ich euch heute berichten.

Plakat der Umweltschule vor dem Eingang

Der Start im Schulgarten

Der erste Tag! Meine Güte, war ich aufgeregt! Der Gartenbereich war seit über einem Jahr nicht mehr gepflegt worden. Darüber hatte ich schon in meinem ersten Beitrag über den Schulgarten berichtet. Nun sollte es also richtig losgehen!

Ich startete den ersten Termin mit ganz vielen Ideen und Projekten im Gepäck. Doch auf das, was dann kam, war ich nicht gut vorbereitet: sieben Elfjährige mit Hummeln im Hintern und einem riesigen Bewegungsdrang! Für theoretische Lehreinheiten hatten die Kinder schlicht keine Geduld. Sie hatten ja schon sechs Stunden in der Schule sitzen müssen. Also musste ganz schnell was Praktisches her! Was meint ihr, wie schnell der Bereich mit Springkraut gejätet war, als ich die Kinder darauf losgelassen habe?! :D

Ebenso durften die Kinder eins der Hochbeete vor dem Zaun mit Erdbeerpflanzen neu bestücken. Einige davon hatte ich extra zu Hause in einem Glas neu bewurzeln lassen.

Wurzeln an den Erdbeeren

Zum Abschluss des ersten Termins haben wir von allen Blühpflanzen, die wir um den Schulgarten herum gefunden haben, je eine Blüte und ein Laubblatt gesammelt. Diese Teile habe ich dann zu Hause gepresst um daraus ein Pflanzenmemory zu basteln. Damit können wir uns dann die Zeit vertreiben, wenn das Wetter am Kurstag mal schlecht sein sollte.

Erste Arbeiten

In den folgenden Kursstunden haben die Kinder einen Bereich des Gartens umgegraben. Wobei umgraben nicht das richtige Wort ist, denn als erstes haben doe Kinder eher ein riesiges Lochgebuddelt. Das ich dann beim folgenden Termin wieder zuschütten lassen habe. Denn auf diesen Bereich soll später ein Rahmenbeet seinen Platz finden.

Umgegrabene Stelle für das Rahmenbeet

Bienen und Bienengrab
Bei vier Bienenstöcken im Garten bleibt es nicht aus, dass die Kinder auch mal eine tote Biene finden. Für diese eine musste sogar ein eigenes Grabmal gestaltet werden.

Genau daran arbeitet auch aktuell ein Teil der Kinder: Die vorhandenen Paletten werden auseinander genommen und in der nächsten Kurseinheit zu einem Rahmen zusammen geschraubt.

An einem vorherigen Termin haben wir gemeinsam mehrjährige Stauden aus einem Gartenbereich ins Hügelbeet gesetzt, damit wir mehr Platz zum Arbeiten bekommen. Dabei haben die Kinder natürlich einige neue Pflanzen kennengelernt, sowie den Unterschied zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen.

Maikäferlarven
Bei den Grabearbeiten sind unter Anderem diese zwei Maikäferlarven zum Vorschein gekommen, die bei den Kindern auf großes Interesse gestoßen sind.

Zwei der Kinder haben sich beim letzten Kurstag damit beschäftigt, einen kleinen Bereich zwischen zwei Beerensträuchern von Gräsern zu befreien und eine Beetumrandung mit den vorhandenen Steinen zu gestalten. In dieses neu entstandene Beet haben wir dann das gesponsorte Saatgut der Beetfreunde gesät. Hier soll in der kommenden Zeit eine Bienenweide entstehen.

Saatgut und Bienenweide

Projektwoche: Grünes Klassenzimmer

Zwischendurch ist der Schulgartenkurs einmal ausgefallen, da es eine Projektwoche zum Thema Umwelt gab. Eine neunte Klasse hat in dieser Zeit neben dem Bereich des Schulgartens ein Grünes Klassenzimmer eingerichtet. Dafür wurden auch einige Baumstämme von den Schülern ausgehöhlt und bepflanzt. Die Oranisation der Blumenerde und der geeigneten Pflanzen durfte ich übernehmen. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich das Ergebnis mit den Baumstämmen sehr gelungen finde.

Kastanie und Pflanzen für das Grüne Klassenzimmer

Anfang des Grünen Klassenzimmers

Fertigstellung des Grünen Klassenzimmers

So soll es weitergehen

Im Schulgarten wird es nächsten Montag weitergehen. Für diesen Termin plane ich die Fertigstellung des ersten Rahmenbeetes, sodass wir auch tatsächlich das erste Saatgut in die Erde bringen können. Von den Beetfreunden haben wir nämlich ebenfalls einiges für die Herbstaussaat gesponsert bekommen. Darauf freuen sich auch die Kinder schon sehr!

Langfristig muss auf jeden Fall noch die Wasserstelle im Garten überarbeitet werden, da dort schon zwei Igel ertrunken sind. Der Kompost muss ebenfalls dringend neu angelegt werden. Auch hierfür eignen sich wahrscheinlich die vorhandenen Paletten gut.

Wasserstelle

Ebenfalls ist die Schule auf mich zugekommen mit der Bitte, einige vernachlässigte Bereiche rund um den Schulhof mit den Kindern in Angriff zu nehmen. Hierfür muss ich noch ein Konzept erarbeiten und von der Schulleitung absegnen lassen.

Vernachlässigte Bereiche am Schulhof

Es bleibt also noch viel zu tun. Was aber jetzt schon feststeht ist, dass es rundum spannend wird! Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Bis bald!

Eure Kathleen

1 Kommentar zu “Rückblick auf die erste Zeit im Schulgarten

  1. Das ist ja eine tolle und spannende Sache! Schön, wenn die Kinder mit einem solchem Feuereifer bei der Sache sind. Ich habe da mit meinem Bachprojekt nicht so viel Glück! Es gibt hier Kinder, die alles wieder kaputt machen, was wir schon geschafft haben. Endlose Stunden, die ich geschaufelt habe, um den ganzen Schlamm aus dem Bach zu entfernen, machen sie zunichte, indem sie das Ufer abtragen und das Bachbett wieder mit Erde auffüllen. Ich habe schon mehrfach mit ihnen gesprochen und auch mit einem Teil der Eltern. Aber es scheint so zu sein, dass die Eltern den Bach auch nicht wollen und ihre Kinder wohl in ihrem Tun auch noch unterstützen. Das ist einfach nur frustrierend!
    Viele Grüße von
    Margit

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